Immer wieder wird Irland, die ansonsten so schöne, grüne Insel, mit Spanien und Griechenland in einem Atemzug genannt. Die Verschuldung, die Arbeitslosigkeit und viele andere Faktoren stehen hierbei zur Debatte und man spricht schon von beinahe griechischen Verhältnissen, wenn es um den irischen Haushalt geht. Ein Thema steht nun besonders unter der öffentlichen Aufmerksamkeit. Die Körperschaftssteuer, die in Irland sehr niedrig ist und dafür sorgte, dass sich in den letzten Jahren viele, vor allem amerikanische Konzerne auf der Insel ansiedelten. Man wurde sozusagen zum Steuerparadies für Betriebe. Von Seiten der europäischen Währungskommission hörte man nun mehr als deutlich die Aufforderung, diese Körperschaftssteuer anzuheben, um somit mehr Geld in die Staatskassen zu holen.
Dieser Aufforderung will man in Irland zunächst definitiv nicht nachkommen. Man befürchtet, dass die mühsam in das Land gelockten Konzerne sich dann wieder zurückziehen und nach anderen, günstigeren Standorten suchen. Das wäre ein Debakel für die Arbeitslosenzahlen, die dann mit Sicherheit nach oben schnellen. Und lieber 12,5 Prozent Steuern, als gar keine: Das ist eine logische und nur allzu verständliche Aussage. Dementsprechend hat die Währungskommission hier eine direkte Abfuhr kassiert und zwar seitens des irischen Finanzministers und anderen bedeutenden Personen des öffentlichen irischen Lebens. Ganz abseits vom ohnehin verordneten Sparkurs verlangt aber die EU von Irland, die Steuervergünstigungen aufzuheben und mit den anderen Staaten gleichzuziehen. Eine Neuverschuldung in Rekordhöhe und viele andere Probleme im irischen Staat geben der Kommission unter Leitung von Olli Rehn Recht. Allein 50 Milliarden Euro sind wohl von Nöten, um die Banken in Irland zu retten. Das ist aber lange nicht alles, weswegen ein absolutes Spargebot herrscht und wohl auch nicht vermeidbar ist.